Ökostromanbieter

Mehrere Ökostromanbieter wollen den Anteil der erneuerbaren Energien am deutschen Strommix erhöhen und investieren deshalb in neue Anlagen. Ihre Kunden sind vor allem ökologisch und politisch interessierte Bürger und Unternehmen, die gerade in den Anfangsjahren bereit waren, höhere Preise zu zahlen. Inzwischen ist diese Preisdifferenz weitgehend verschwunden.

Die Elektrizitätswerke Schönau (EWS) wurden 1994 als GmbH gegründet und begannen 1997 zunächst mit 1700 regionalen Kunden. Ab 1999 boten die EWS bundesweit Ökostrom an und hatten im Jahr 2014 rund 150.000 Kunden. Gemäß Zertifikat des TÜV Nord gewährleistet die EWS „eine zeitgleiche Vollversorgung der Kunden (bezogen auf Tageswerte).“

1996 wurde die unit energy AG gegründet, die ab 1999 gemeinsam mit dem niederländischen Stromversorger Nuon deutschlandweit Ökostrom anbot. Unter dem Markennamen unit[e] naturstrom wurden Kunden hauptsächlich in den mittel- und süddeutschen Filialen der Deutschen Post AG gewonnen. Die Kunden wurden später von Greenpeace Energy übernommen. 2007 ging das Unternehmen in die Insolvenz.

Die Naturstrom AG wurde 1998 von Vertretern mehrerer Naturschutz- und Erneuerbare-Energie-Verbänden gegründet, um den Ausbau der erneuerbaren Energien zu stärken. Die Naturstrom AG kaufte den Strom zunächst bei Betreibern von Solar-, Wind-, Wasser-, Biomasse- und Geothermiekraftwerken, die ihre Anlagen mit der staatlich garantierten Vergütung allein nicht wirtschaftlich betreiben konnten.

Nach der Liberalisierung des Strommarktes 1998 entstanden außerdem Greenpeace Energy und Lichtblick. Neben den überregionalen Anbietern agieren im Zuge der Dezentralisierung zunehmend lokale und regionale Ökostromanbieter auf dem Strommarkt (Regionalstrom, Bürgerenergiegenossenschaften). 2013 haben erste Energiegenossenschaften die Dachgenossenschaft Bürgerwerke eG gegründet, der heute (2019) über 100 Genossenschaften angehören. Seit 2015 bieten die Berliner Stadtwerke als neuer kommunaler Energieversorger selbst produzierten Ökostrom an. Aus Verbrauchersicht sind neben den Preisen Vertragskonditionen wie Preisgarantie, Vertragsdauer und Kündigungsfristen weitere wichtige Aspekte.