Exportüberschüsse gehen zurück

Deutschland ist eine Exportnation! Dies gilt für fast alle wirtschaftlichen Bereiche. So auch für den Strom.

2019 sind diese Exporte von Strom ins Ausland jedoch gesunken. Es gab den niedrigsten Überschuss seit 6 Jahren. Die Bundesnetzagentur gab folgende Kennzahlen bekannt:

  • Nettostromproduktion in Deutschland für 2019 belief sich auf 607.000 Gigawattstunden
  • Export von Strom für 2019 betrug rund 57.000 Gigawattstunden
  • Export von Strom für 2018 betrug rund 73.000 Gigawattstunden
    Dies entspricht in etwa einem Rückgang der Exporte um ca. 22 Prozent. Auf der Importseite nahmen die Zahlen zu. Um 21 Prozent stieg der Import von Strom nach Deutschland für das Jahr 2019 auf nunmehr 23.000 Gigawattstunden. Der Exportüberschuss sank dadurch auf 34.000 Gigawattstunden. Was einem Rückgang um gut 37 Prozent gegenüber dem Vorjahr entsprach.

Der Rückgang zeigte sich auch in den monitären Zahlen. Der Überschuss war mit 1,1 Milliarden Euro nur noch halb so hoch wie im Jahre 2018.

Der Hauptabnehmer für Strom aus Deutschland ist Österreich. Circa ein Drittel der überschüssigen Strommengen fließt zu unserem Nachbarland an den Alpen. Stromüberschüsse, die aus Deutschland exportiert werden gibt es bereits seit 2003.

Dadurch dass unser Strom meist aus subventionierten Kohlekraftwerken stammt, war er für ausländische Abnehmer meist günstiger als deren inländische Stromproduktion (meist Gaskraftwerke oder alternative konventionelle Stromquellen). In 2018 sind die Preise für den Kohlestrom aber stark gestiegen und damit wurden die Exporte plötzlich teurer als der eigenproduzierte Strom. Auch ein gesunkener Gaspreis trug seinen Beitrag dazu bei.